Besucherzahl im Lindenhaus erholt sich weiter
Vereinspräsident Daniel Günter freut sich und spricht von personell guten Konstellationen.
Der Grenchner Jugendtreffpunkt Lindenhaus verspürt wieder Aufwind. Nach einem Einbruch bei den Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2023 ist die Zahl im vergangenen Jahr erneut gestiegen.
Der aktuelle Controllingbericht, der nächste Woche im Gemeinderat behandelt wird, zeigt die Entwicklung auf: Die Besucherzahlen sind erneut gestiegen, die Angebote werden genutzt und die Zufriedenheit der Kinder und Jugendlichen ist hoch.
Mehr Besuche und stabile «Stammkundschaft»
Im Jahr 2025 verzeichnete das Lindenhaus insgesamt 6032 Besuche, was einer erneuten deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 5’198). «Besonders erfreulich ist der hohe Anteil an wiederkehrenden Besucherinnen und Besuchern», sagt Lindenhaus-Präsident Daniel Günter. Denn 5266 Besuche entfielen auf Jugendliche, die das Angebot regelmässig nutzen.
Darauf deutet auch eine Umfrage hin, die von 53 Jugendlichen ausgefüllt wurde. Dort erweisen sich sogar 60 Prozent als «Stammgäste», die mehrmals pro Woche im Lindenhaus sind. Weitere 23 Prozent waren wöchentlich anzutreffen. Und sie geben dem Lindenhaus-Angebot überraschend gute Noten: 96 % der Jugendlichen fühlen sich im Lindenhaus wohl oder sehr wohl, und 100 % gaben an, das Angebot auch im kommenden Jahr wieder nutzen zu wollen. Besonders geschätzt werden der Treffpunktcharakter, gemeinsame Aktivitäten sowie die Unterstützung durch das Team.
«Dies unterstreicht die hohe Akzeptanz des Lindenhauses und die Bedeutung stabiler Beziehungen in der offenen Jugendarbeit», sagt Günter. Zurzeit verfüge man auch über ein ideal zusammengesetztes Team von Teilzeit-Mitarbeitenden unter der Leitung von Melanie Stoller. Diese Konstellation habe auch erlaubt, ein zeitweise eingestelltes Angebot wieder aufzunehmen.
Unter dem Titel «Night Move» wird zirka alle zwei Wochen in der Nordbahnhofturnhalle ein Bewegungsparcours aufgestellt, den die Jugendlichen vor Ort nutzen – oder nicht. «Wenn die Mehrheit der Besuchenden Lust hat, Fussball oder Basketball zu spielen, wird das umgesetzt. Wichtig ist, dass sich die Jugendlichen bewegen.» Die Besuchszahlen des anfangs Jahr gestarteten Angebots seien ermutigend, sagt Günter.
Spielplätze schlechter besucht
Im Gegensatz zum Lindenhaus (indoor) mussten die Quartierspielplätze und der Spielplatz Lindenstrasse (Abenteuerspielplatz) im Jahresbericht 2025 rückläufige Frequenzen vermelden. Die Ursache sei vor allem wetterbedingt, heisst es im Bericht, dazu kamen personelle Ausfälle. Der Abenteuerspielplatz bot 101 betreute Nachmittage an. Das Ziel von 111 Nachmittagen sei insofern nicht erreichbar, als dazu weitere 10 Nachmittage in den Schulferien nötig wären, wo die Nachfrage nicht vorhanden sei. Nur drei der vier Quartierspielplätze wurden betreut, an insgesamt 37 Nachmittagen (Vorjahr 56). (at.)
Zurück zum Lindenhaus: Der Grossteil der Besuche stammt von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren. Der Anteil älterer Jugendlicher bleibt – wie in vielen vergleichbaren Angeboten – geringer, was die Verantwortlichen unter anderem auf die danach beginnende Ausbildungsphase, Arbeit und andere zeitliche Verpflichtungen zurückführen. Die Agenda der Teenager beginnt sich von selbst zu füllen.
Neuerdings auch am Sonntag
Im Jahr 2025 war das Lindenhaus während 796,5 Stunden geöffnet. Neu wurde jeden zweiten Sonntag ein Treffangebot geschaffen, was wesentlich zur höheren Präsenz und zur positiven Entwicklung der Besucherzahlen beigetragen hat. Rund 70 Prozent der Arbeitszeit des Teams floss direkt in den Treffbetrieb und in Projekte mit den Jugendlichen. Der Rest sind administrative Arbeiten, Sitzungen, Vorbereitung von Projekten oder auch Pflege der sozialen Medien.
Insgesamt wurden 17 selbst initiierte Projekte sowie 8 von Jugendlichen mitinitiierte Projekte umgesetzt. Die Förderung von Partizipation bleibe dabei ein zentrales Anliegen der offenen Jugendarbeit und sie bleibe eine Herausforderung, wie es im Controllingbericht heisst. Was muss man sich darunter konkret vorstellen? Günter: «Unter Projekten verstehen wir gemeinsame Aktivitäten, wie Basteln, Kochen oder Ausflüge.»
Die Ausweitung auf den Sonntagsbetrieb habe ohne einschneidende Reduktion der Wochenöffnungszeit bewältigt werden können, sagt Günter. Dies insbesondere dank günstiger Konstellation bei den Teilzeitpensen. «Ein zusätzlicher personeller und organisatorischer Aufwand», führe aber zu hoher Belastung, hält der Cotrollingbericht fest.
Die Jugendkommission stellte zudem fest, dass das Lindenhaus-Team zahlreiche (im Bericht nicht ausgewiesene) Aufgaben für den Bereich ISG Spielpätze (Grenchner Quartierspielplätze) übernehme (vgl Kasten).
© Grenchner Tagblatt, 18.03.2026. Text by Andreas Toggweile. Bilder by Oliver Menge.



